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Gastritis und Magengeschwür

Gastritis (Magenschleimhautentzündung):

Unter Gastritis versteht man die Entzündung der Magenschleimhaut. Diese kann akut auftreten und verursacht dann Beschwerden wie Magenschmerzen, Aufstoßen, Erbrechen. Die chronische Form ist in ihrer Symptomatik variabler, die Beschwerden reichen von beschwerdefrei bis zu derselben Symptomatik wie bei akuter Gastritis.

Es können drei klassischen Formen der chronischen Gastritis entsprechend ihrer Ursache unterschieden werden:

 

A – autoimmune Gastritis: Hier zerstört das körpereigene Immunsystem selbst langsam die Zellen in der Magenschleimhaut, die für die Säureproduktion zuständig sind. Es kommt im Verlauf der Krankheit zu einer Abnahme der Magensäure und kann auch zu einem Vitamin B12-Magen führen. Die Typ-A-Gastritis wird durch eine Gastroskopie mit Gewebeprobenentnahme gesichert. Eine spezifische Therapie gibt es nicht, es ist aber wichtig, Vitamin B12-Spiegel zu kontrollieren und bei Absinken Vitamin B12 zu verabreichen.

B – bakterielle Gastritis: Hier ist die Ursache für die Gastritis eine Besiedelung der Magenschleimhaut mit Helicobacter pylori. Die Typ-B-Gastritis ist deutlich häufiger als die Typ-A-Gastritis und kann auch zu Magengeschwüren (Ulcera) führen. Auch die Typ-B-Gastritis wird durch Gastroskopie und Gewebeprobenentnahme gesichert, wobei neben der Mikroskopie meist auch noch ein Test auf direkte Stoffwechseltätigkeit von Helicobacter-Bakterien durchgeführt wird (Urease-Test). Handelt es sich bei der Gastritis um eine bakterielle Gastritis, so wird eine Therapie mit einer Kombinationstherapie aus Antibiotika und Magensäureblockern durchgeführt. 4-8 Wochen nach Ende der Therapie sollte dann in einem Helicobacter-Antigen-Stuhltest der Erfolg der Therapie bestätigt werden.

C – chemische Gastritis:  Diese Gastritisform ist durch chemische Reizung der Magenschleimhaut verursacht. Dies kann durch bestimmte Medikamente verursacht werden (z.B. Schmerzmittel wie Aspirin oder Ibuprofen), durch Alkoholkonsum, oder aber auch durch aus dem Zwölffingerdarm zurückfließende Gallenflüssigkeit. Die Therapie der Typ-C-Gastritis besteht aus der Vermeidung des Auslösers und der vorübergehenden Einnahme von Magensäureblockern.

 

Magengeschwür oder Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus ventriculi oder duodeni):

Bei fortbestehendem entzündlichem Reiz kann es zur Bildung eines Magengeschwürs oder Zwölffingerdarmgeschwürs kommen.

 

Besonders die Kombination von entzündungsfördernden Faktoren kann zur Entstehung eines Geschwürs führen. Ein typisches Beispiel wäre z.B. die Helicobacter pylori-Besiedlung in Kombination mit regelmäßiger Schmerzmittel-Einnahme. Dabei entsteht ein schüsselartiger Gewebedefekt in der Wand von Magen oder Dünndarm.

 

Typische Beschwerden sind Oberbauchschmerzen, Aufstoßen, Erbrechen. Gelegentlich kann es auch zu Blutungen aus dem Geschwür kommen, diese werden durch Bluterbrechen oder sehr schwarzen Stuhlgang (Teerstuhl) sichtbar.

 

Die Diagnose wird stets mit der Gastroskopie gestellt. Die Therapie des Geschwürs umfasst Magensäureblocker und eventuell antibiotische Therapie bei Helicobacter-Befall. Eine Blutung kann im Allgemeinen während der Magenspiegelung gestillt werden.

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